Ich muss verrückt sein…

Okay, ich habe gerade das so ziemlich größte Jobangebot meines Lebens ausgeschlagen. Bin ich eigentlich komplett behindert? Ich war mir so super sicher, dass ich die Praxisübernahme samt Mitarbeiter annehmen werde, da dies für mich beruflich eine wahnsinnig coole Herausforderung geworden wäre und ich vermutlich kein so finanziell attraktives Angebot in nächster Zeit erhalten werde… ABER: 

  • Materielle Dinge und Statussymbole waren mir doch noch nie wichtig
  • All meine Kohle gebe ich eh beim Reisen aus
  • Mit einer Praxisübernahme ist nichts mehr mit 4-Wochen-Trips
  • Eigentlich hält mich doch im Moment nichts hier

Was hält einen eigentlich immer? Ich weiß es selber nicht, aber man muss es vielleicht einfach mal machen. Also gleich am selben Tag den Flug nach Indonesien gebucht. Für 470 Euro One-Way über Skyscanner kann man eigentlich echt nichts sagen. Was ich da überhaupt mache? Ich hab noch keine Ahnung. Ich bin super angefixt vom Tauchen und Asien, mehr Plan hab ich tatsächlich noch nicht…

Koh Tao, die zweite

Superhappy bin ich hier wieder angekommen und hab mir straight nen günstigen Roller direkt an der Fähre ausgehandelt (150 Bath/Tag – gangster!) , mit Backpack drauf und nach einer Unterkunft gesucht. Gelandet bin ich Preis-Leistungs-mässig bei Good Dream Hostel, hat gepasst für 8 Euro/Nacht. Die darauffolgenden Tage war ich Tauchen, Tauchen, Tauchen, d.h. 5.00 aufstehen, 5.30 aufs Boot, 6.00 im Wasser. Was für ne geile Routine! Danach erstmal Frühstück mit Samosas am Steg und nachmittags ne leichte Aktivität, wie z.B. Schnorcheln bei Tanote Bay oder Kajak fahren zum verlassenen Hotel in Laem Thian. 

Koh Phangan aka „ich-geh-nicht-auf-die-Halfmoon-Party“

Nach meinem letzten Fundive morgens bin ich mittags nach Koh Phangan aufgebrochen, wo Clemens und Alex schon bei den Mai Pen Rai Bungalows auf mich gewartet haben. 

Sonnenaufgang Koh Phangan + Doggys

Auf der Fähre habe ich dann witzigerweise Wiener getroffen, die ich die Tage zuvor schon auf einer Party kennengelernt hatte. Angekommen im Norden Koh Phangans war ich von der Schönheit der Natur neben meines Häuschens überwältigt. Kleine Holzhütte mit Hängematte vor der Tür, direkt am Strand. Gibts irgendwas schöneres in dieser Welt?

Minuspunkte dagegen brachten die zwei großen Kakerlaken und der fette Gekko in meinem Zimmer – dank Moskitonetz durften aber alle Bewohner bleiben. Das Bad hatte Lüftungsschlitze – direkt in den Wald. Kein Wunder also, dass sich hier auch tierische Mitbewohner wohlfühlen. 

Gefrühstückt haben wir im Restaurant auf dem Berg, bei welchem man einen einzigartigen Blick über die Bucht hatte. Dann gings für uns erstmal ans Insel erkunden mit dem Roller, klassische Wasserfälle und das Zentrum haben wir uns auch näher angeschaut. Abends haben mich die Boys dann tatsächlich überredet, zu der eigentlich abgelehnten Halfmoonparty mitzukommen – war dann doch auch ganz lustig. Diese war mitten im Wald, von der Location her wirklich super schön. Auf dem Heimweg haben wir dann wieder die Wiener getroffen und uns ein Taxi geteilt – Thailand ist so klein!

Clemens und Alex sind dann weiter nach Khao Sok in den Nationalpark, ich bin noch ein wenig auf der Insel geblieben. Zuerst bei Mai Pen Rai, dann im Diamond House – total lieber Vermieter und das Gegenstück zum urwäldlichen Mai Pen Rai, Fliesenboden von dem man essen konnte, super bequemes Bett, brutales Bad! Ich glaub, so gut hab ich selten geschlafen 🙂 

Am nächsten Tag gings mit Reefers Diving zum berühmt-berüchtigten Tauchplatz „Sail Rock“, wo ich zwei tolle Tauchgänge hatte! 

Ich wollte ja eigentlich weiter nach Koh Samui, allerdings haben mir sämtliche Tauchdudes davon abgeraten, weils einfach super touristisch sein soll. Daher habe ich anschließend mein Ticket zurück nach Ko Tao gebucht und werde lieber noch etwas tauchen gehen. 

Verliebt in Tauchen

Meinen OWD habe ich gerade bei Scuba Shack auf Koh Tao fertig gemacht und ich muss sagen, ich hab noch nie so was schönes erlebt. Die Welt unter Wasser ist so abgefahren friedlich und ruhig! Den Kurs hab ich zusammen mit Alex gemacht, der auch aus München kam und bei BMW arbeitete. OH MAN! Da fliegt man 18 Stunden ans andere Ende der Welt und macht seinen Kurs mit einem Münchner. Klassiker. Das war aber schlussendlich ziemlich cool, da er und sein Spezl Clemens super süße Jungs sind, mit denen ich erstmal einiges unternommen habe und dann auch nach Koh Phangan nachgereist bin. 

Sawasde ka Koh Tao!

Hallo Mama, Hallo Papa, Hallo Freunde! Nachdem ich nur den Flug nach Bangkok gebucht hatte, habe ich mich spontan dazu entschlossen, nach Koh Tao zu fahren. Den 20 Kilo Backpack voll mit Elektronikartikeln, sagt man mir am Lomprayah Office (Bustrips nach Koh Tao), ich soll den Rucksack einfach vor die Tür stellen. MITTEN AUF DER KHAOSAN ROAD. Wer schonmal da war, weiß, dass es ungefähr zu geht wie am Stachus. Aber hey, wir sind in Asien! Also schnell Laptop in den Tagesrucksack gepackt, Backpack vors Office gestellt und Daumen gedrückt, dass bis zum Abend noch alles da ist…. WEITERLESEN

Den Tag über bin ich dann in Bangkok rumgestrahlt und bin random mit Bussen gefahren, um erstmal wieder ein Feeling für die City zu kriegen und vorallem mich wach zu halten. Ich bin morgens angekommen (für uns Mitternacht) und musste ja den ganzen Tag bis 21.00 Abfahrt nach Koh Tao durchhalten. Gutes Pad Thai gegessen, Traffic Jams in der Stadt bewundert und mysteriöse Gäßchen ohne Plan durchquert – war cool bis ca. um 6. Ich war schon wieder in der Nähe der Khaosan, als es anfängt zu schütten und nicht nur ein bisschen – gefühlt geht das ganze Land unter. Wow, soviel Regenfall hatte ich noch nie auf einmal gesehen und war auch ein wenig verunsichert.

Als es auch eine Stunde später nicht aufgehört hat zu schütten, hab ich mein Zeug geschnappt und bin durch den Regen zu Lomprayah gelaufen – das Wasser stand auf der Khaosan Road bis zu meinem Knie und durch diese ganze Suppe aus Dreck, Regen und ums-Leben-schwimmende Kakerlaken bin ich gejoggt. Brrrrrr. Leicht übermüdet durch die ganze Anreise und nass bis aufs Höschen gings dann in den Bus zur 10-Stunden-Fahrt nach Chumphon, wo ich neben einem dicken Chinesen saß, der die ganze Nacht PSP gezockt hat und mich mit seinem fetten Ellbogen alle 3 Minuten angerempelt hat. Wahrlich nicht der Start, den ich mir vorgestellt hatte. 

Angekommen in Chumphon warteten wir 2 Stunden auf die Fähre, die uns in weiteren 2 Stunden nach Koh Tao schiffte. Während der Wartezeit bin ich nonstop mit dem Kopf auf dem Tisch eingeschlafen, ich war einfach super müde und todesfertig. Und nass. Und frag mich, warum ich eigentlich nicht daheim geblieben bin. Zwei kleine Chinesen haben mich pünktlich zum Start geweckt, somit war das Chinesenkarma für mich wieder ausgeglichen. In Koh Tao schiffte es immernoch wie aus Kübeln und ich wartete verzweifelt auf die Jungs der Tauchschule, die mich eigentlich abholen wollten – die kamen aber nicht. ZUM GLÜCK! Den somit teile ich mir ein Taxi mit einem jungen Niederländer, Jay, der die ersten Tage auf dieser Insel für mich retten sollte. Wir haben uns gleich für die nächsten Tage verabredet und waren Roller fahren, Schnorcheln und die Insel erkunden. Er war schon ein knappes Jahr unterwegs und hatte diverse Strategien, um mit wenig Kohle durch die Welt zu kommen. Ich fands super beeindruckend und wir hatten ne tolle Zeit!

Bahama Mama! Pt. I

> Bahamas, Segeltour Nassau – Andros – Jumentos – Ragged Island – Great Exuma

Das war ein Abenteuer! Wir sind mit einer Lagoon 380 von der Palm Cay Marina am 25.03.2017 losgesegelt und sind eine abgelegene Route gesegelt, die der private Skipper selbst noch nie gesegelt war. 3 Nachtfahrten, 1x Nachtwache, fast 2 Tage auf See ohne Land in Sicht und mit jeder Menge unglaublicher Momente später endete der Trip dann auf Georgetown.

Was ist das wichtigste bei einem Segeltrip? Genau, erstmal Essen einkaufen. Und essen ist super teuer auf den Bahamas! Jeder von uns hatte eine Einkaufsliste (ich hab fast überall das doppelte trotzdem gekauft) und wir haben insgesamt für 826 Dollar im Nassau’ischen Supermarkt eingekauft. Kein Wunder, wenn das Brot schon 6 Dollar kostet. Nachdem wir unser schönes Boot bezogen hatten, gings auch schon los – und zwar mit der ersten Nachtfahrt. Kaum wurde es ein bisschen dunkler, kam die eher unerwartete Seekrankheit. Meine Güte, bei mir gings noch, aber meine Begleitung hat den vorher frisch gekochten Fisch mit Ingwer gleich wieder zurück ins Meer befördert. Irgendwann haben wirs dann in die Kajüte geschafft, um uns auf anhaltend weniger erholsame Nächte einzustellen. Wir haben vorne im rechten Rumpf geschlafen und man kann sich vorstellen, dass sich der Rumpf ständig hebt und senkt. Also Wellnessurlaub wird das wirklich keiner. Am nächsten Morgen jedoch hatte es sich schon gelohnt – wir waren bei Süd Andros, nahe des Ti Amo Resorts, wo die Nacht mal geschmeidige 3000 Dollar kostet. Vielleicht ende ich dort mal als Physio oder Tauchlehrer. Für ne Zeit kann man es da sicherlich geniessen!